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Klimawandel im Allgäu - Eine Prognose


Ausgangspunkt dieses Artikels: Ende September 2026

TL;DR: Das Allgäu wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts deutlich wärmer werden. Heiße und trockene Sommer, häufigere Hitzewellen und mildere Winter werden wahrscheinlicher. Trockenheit, Starkregen, Hitze und die Ausbreitung wärmeliebender Arten werden Natur und Landwirtschaft vor neue Herausforderungen stellen. Stärke und Häufigkeit von Naturkatastrophen werden zunehmen. Wie stark diese Veränderungen ausfallen, hängt wesentlich davon ab, wie schnell der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen reduziert wird.

Der Klimawandel betrifft natürlich die ganze Welt, nicht nur das Allgäu. Er wird aber im Allgäu Auswirkungen haben, welche anders sein werden als in vielen anderen Teilen der Welt, bedingt durch die Lage an der Nordseite der Alpen, in Mitteleuropa, mehrere hundert Meter über dem Meeresspiegel und ein paar hundert Kilometer entfernt vom Meer.
Hauptursächlich für den Klimawandel ist der Treibhauseffekt, welcher durch Treibhausgase verursacht wird. Die Erhöhung der Konzentration dieser Gase, insbesondere von Kohlendioxid, durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas führt zu einer verstärkten Speicherung von Energie in der Atmosphäre und damit zu höheren Temperaturen sowie einer Vielzahl von Folgeeffekten.

Wie sich das Klima im Allgäu von 2026 bis 2100 voraussichtlich entwickeln wird:
Klimamodelle liefern keine genaue Vorhersage, sondern eine Bandbreite möglicher Entwicklungen. Sicher ist, dass die Temperaturen weiter steigen werden, ausgehend von etwa zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau Mitte der 2020er Jahre. Für das Ende dieses Jahrhunderts zeigen Projektionen für Süddeutschland je nach Emissionsentwicklung eine Erwärmung von mehreren Grad gegenüber dem heutigen Klima. Die Erwärmung im Allgäu ist stärker als im globalen Durchschnitt. Für die Alpen wird ohne ausreichenden Klimaschutz eine weitere Erwärmung von 4° C erwartet, also etwa 6° C über dem vorindustriellen Wert.
Besonders bemerkbar dürfte sich dies an den heißen Sommertagen und den zunehmend milden Wintern zeigen. Hitzewellen, die heute noch außergewöhnlich sind, könnten wesentlich häufiger auftreten. Gleichzeitig wird die Zahl der Frost- und Eistage zurückgehen. Insbesondere Hitzewellen sind für Menschen und Natur besonders gefährlich.

Beim Niederschlag ist die Entwicklung weniger eindeutig. Insgesamt wird sich die Niederschlagsmenge wahrscheinlich weniger stark verändern als die Temperatur. Allerdings verschiebt sich ihre Verteilung. Im Sommer ist eher mit längeren trockenen und heißen Phasen zu rechnen, die Gefahr von Waldbränden wird zunehmen. Einzelne kräftige Niederschlagsereignisse können dennoch häufiger und intensiver werden. Im Winter dürfte in den Tälern ein größerer Anteil des Niederschlags als Regen statt als Schnee fallen. In den Bergen wird es im Winter weiterhin schneien, die Schneedecke wird aber kürzer liegen bleiben und weniger mächtig sein. Bei starken Niederschlägen nach längeren Trockenphasen kann verdichteter Boden das Wasser schlecht aufnehmen, die Folge sind Überschwemmungen.

Winterlandschaft, kahle Bäume, kein Schnee
Ausblick auf zukünftige Winter: Mitte Januar kein Schnee (Foto von 2020). Für das Allgäu war das früher sehr ungewöhnlich, inzwischen ist es fast normal.

Für die Natur des Allgäus sind die Folgen weitreichend. Pflanzenarten, die an kühle und feuchte Bedingungen angepasst sind, geraten zunehmend unter Druck, während wärmeliebende Arten einwandern können. Wälder werden häufiger durch Trockenheit, Hitze und Schädlinge belastet. Moore und andere empfindliche Feuchtgebiete können durch längere Trockenperioden beeinträchtigt werden. Gleichzeitig können Starkregenereignisse zu Erosion und lokalen Naturkatastrophen führen. Aus wärmeren Regionen eingewanderte Insektenarten können Krankheitserreger übertragen, die es hier vorher nicht gab.
Die Landwirtschaft muss sich an die veränderten Bedingungen anpassen. Eine längere Vegetationsperiode kann zwar neue Möglichkeiten eröffnen, gleichzeitig nehmen aber Risiken durch Trockenheit, Spätfröste, Hitze und Starkregen zu. Die Möglichkeit und die Notwendigkeit zum Anbau anderer Pflanzenarten können den Charakter der Allgäuer Landwirtschaft langfristig grundlegend ändern.

Eine zusätzliche Unsicherheit ist die Entwicklung der Atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC), zu der auch der Golfstrom gehört. Diese wird durch den Eintrag von Süßwasser in den Nordatlantik durch Abschmelzen des grönländischen Eisschilds beeinflusst. Eine starke Abschwächung hätte weitere erhebliche Konsequenzen, insbesondere auf Europa.

Die notwendige Maßnahme, um die katastrophalen Effekte des Klimawandels zu begrenzen, ist eine Abkehr von den fossilen Energieträgern Erdöl, Kohle, Erdgas hin zu den sauberen und erneuerbaren Energiequellen Sonne, Wind und Wasser. Nicht nur im Allgäu, sondern global, aber halt auch im Allgäu.


Zuletzt aktualisiert am 26.09.2026


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Alle Angaben ohne Gewähr.



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